Allgemeine Informationen
Cannabismedizin – Wann kann sie helfen?
Cannabinoide können bei zahlreichen Erkrankungen therapeutisch unterstützend wirken.
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Häufigste Anwendungsgebiete:
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Chronische Schmerzen & Neuropathien
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Spastik (Multiple Sklerose, Parkinson)
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Übelkeit & Erbrechen (z.B. bei Chemotherapie)
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Tumorerkrankungen & Appetitmangel
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Epilepsien
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Entzündliche Erkrankungen (Morbus Crohn, Rheuma, Fibromyalgie)
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Schlafstörungen
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Tourette-Syndrom
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Depressionen & Burnout
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ADHS
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Restless-Legs Syndrom
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Glaukom
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Asthma
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Endometriose
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Asthma
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Entzugssymptomatik
​​​​​Wie wirkt Cannabismedizin?
Unser Körper verfügt über ein eigenes Endocannabinoid-System, das wichtige Funktionen wie Schmerzempfinden, Entzündungsreaktionen, Appetit und Stimmung reguliert. Medizinische Cannabinoide unterstützen dieses System dabei, das körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen
Wichtige Informationen zu Medikamenten & Rezepten
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Dronabinol (THC) – Das am häufigsten verschriebene Cannabinoid-Medikament
Was ist Dronabinol?
Dronabinol ist reines THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), das am besten erforschte Cannabinoid der Cannabis-Pflanze. Es wird entweder direkt aus der Pflanze gewonnen oder synthetisch hergestellt. Die Cannabis-Pflanze enthält insgesamt 104 verschiedene Cannabinoide.
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Wie wirkt THC?
THC wirkt über CB1- und CB2-Rezeptoren im Körper:
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CB1-Rezeptoren (Nervensystem): Schmerzlinderung, Entspannung, Glücksgefühl
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CB2-Rezeptoren (Immunsystem): Entzündungshemmung, Regulation von Immunzellen
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Therapeutische Wirkungen:
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Entzündungshemmend
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Angstlösend und beruhigend
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Schmerzstillend
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Brechreiz mindernd (antiemetisch)
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Muskelrelaxierend
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Appetitanregend
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Besonders wirksam bei: Schlaflosigkeit, Verstimmungen, Angststörungen, chron. Schmerzen
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Sicherheit & Verträglichkeit
✓ Sehr geringe Gesamttoxizität – keine tödliche Dosis bei Menschen bekannt
✓ Äußerst geringes Abhängigkeitsrisiko unter ärztlicher Aufsicht
✓ Nebenwirkungen nehmen ab: Typische Toleranzentwicklung reduziert Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder leichte Kreislaufeffekte
✓ Sicheres Absetzen möglich: Auch nach langjähriger Therapie kein erhöhtes Gesundheitsrisiko
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Hinweis zur psychoaktiven Wirkung:
Die Wahrnehmung wird verstärkt. Unangenehme psychoaktive Effekte treten in der Regel erst bei Dosierungen über 25mg reinem THC auf.
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Kosten & Kostenübernahme
Privatrezept (am häufigsten):
Die meisten Patient*innen erhalten Dronabinol auf Privatrezept und tragen die Kosten selbst, da:
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Das Medikament besser vertragen wird
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Es bessere Wirkung zeigt als herkömmliche Medikamente
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Die Rezepthandhabung unkompliziert ist
Kosten: 2,5% Dronabinol kostet laut Medikamentenkodex 245,– €
Einige Apotheken bieten es für ca. 120-150,– € an (Großhandelsbezug)
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Kostenübernahme durch Krankenkasse:
In bestimmten Fällen bei bestimmten Diagnosen kann eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden. Dies erfordert eine Vorabbewilligung durch den chef- und kontrollärztlichen Dienst.
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Mythos entkräftet:
Es ist nicht notwendig, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt, um Dronabinol verschrieben zu bekommen!
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Weitere verfügbare Cannabinoid-Präparate in Österreich
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Sativex (Spray): Bei MS-Spastik, nach Austherapie mit anderen Mitteln
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Epidyolex (CBD): Bei kindlichen Epilepsien (Lennox-Gastaut, Dravet-Syndrom)
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Canemes: Bei fehlenden Therapiealternativen
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Cannabidiol (CBD): In Ausnahmefällen bei Tumorerkrankungen, Epilepsien
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Wichtig: In Österreich ist die Cannabisblüte nicht zugelassen – die Behandlung erfolgt ausschließlich mit cannabinoidhaltigen Präparaten.
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So läuft die Behandlung ab
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Erstgespräch vereinbaren (per E-Mail oder Anfrageformular)
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Anamnese & Befundung
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Individuelle Therapieplanung
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Rezeptausstellung (meist Privatrezept)
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Verlaufskontrolle & Dosisanpassung
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Reisen mit Medikamenten:
Informationen zur Mitnahme von suchtmittelhaltigen Medikamenten ins Ausland finden Sie unter: www.sozialministerium.at


